Ich habe es schon immer bewundert, wenn Menschen die Fähigkeit besitzen, ihre Gedanken geschickt auszudrücken. So, dass die Leser tatsächlich verstehen, bestenfalls fühlen können, was mit dem Geschriebenen gemeint ist. Vielleicht zu Tränen gerührt sind, weil das, was sie gerade lesen so sehr mit dem resoniert, was sie selbst gerade in ihrer Realität erleben oder weil etwas aus ihrer Vergangenheit hochgeholt wird, das schon lange darauf gewartet hatte, gesehen zu werden. Wenn vor ihrem geistigen Auge eine ganze Welt voller eigener Figuren, Landschaften und Abenteuer entsteht, so als hätte alles tatsächlich stattgefunden. Und manchmal ist das ja auch so, wenn die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht.
Mit Anfang zwanzig, als ich mal wieder ganz verzaubert aus dem Kino kam und völlig beeindruckt war von den Dialogen des Films, den ich gerade gesehen hatte, fasste ich einen Entschluss: Ich werde lernen, solche Dialoge zu schreiben. Ich möchte verstehen, was es braucht, um diese Welten zu kreieren. Und ich werde nicht eher ruhen, bis ich mein Vorhaben verwirklicht habe.
Aber der Weg dahin war dann doch weiter als gedacht, denn bis ich mich aus meinem Schneckenhaus heraus getraut hatte und wirklich bereit war, der Welt meine Ergüsse zuzumuten, brauchte es doch noch einige Jahre, mehrere besuchte Workshops, einen weisen Mentor, der selbst Drehbuch-Autor ist und hunderte von Anläufen um wirklich zu meiner Wahrheit zu stehen: Ich möchte schreiben. Ich möchte meine Vision von mir als Autorin zum Leben erwecken. Die Vorstellung von mir, spätabends noch am Schreibtisch zu sitzen, wenn die Welt draußen längst schon zur Ruhe gekommen ist.
Wenn im Außen das Licht erlischt, geht in mir drinnen das Licht an. Dann fangen meine Gedanken an zu fließen und zu wandern. Sie werden manchmal zu Fortsetzungen von Geschichten, die im realen Leben (noch) keine Lösung gefunden haben. Sie finden ihren Ausdruck in Gedichten und Essays, die vergangene Erlebnisse reflektieren und unverarbeiteten Gefühlen den Platz zum atmen geben. Zu Figuren, die anfangen, mit mir zu sprechen und ihre eigene Vorstellung vom Verlauf der Geschichte haben.
Einige größere Projekte wie mein erster Roman, mein Drehbuch zu einer Drama-Serie und ein Büchlein mit Anekdoten aus dem Leben einer Fahrradkurierin sind in Arbeit. Und während ich das hier schreibe, stelle ich fest, dass ich tatsächlich begonnen habe, diese Vision von mir zu leben. Autorin und Coach zu sein. Es ist zehn nach eins in der Nacht und meine Seele freut sich. Ich habe ihren Ruf erhört. Endlich!
Also schreibt, schreibt, schreibt! Befreit euch selbst und gebt euren Gedanken ein zu Hause. Gerne auch in einem Workshop mit mir 🙂

