
I CAN SEE THE LIGHT
I can see the light
I can see the light
at the end of this road.
I can see the story
that hasn’t been told.
I will type her in BOLD.
And first, I admit,
I have to go through
this thicket of thorns.
But everytime when I think
I’m done with this shit
a new obstacle
is taking my view,
lets me think
I have to move this too.
The light will always be there
and guides me through
this burning sphere.
The day I will understand
I don’t have to solve everything new
will be the one
I reach at the road’s end.
Ich kann es sehen das Ende der Straße. Endlich. Als ich das Gedicht darüber schrieb, hatte ich schon eine Ahnung davon, was ich damit sagen möchte. Es ging um meinen Struggle mit Hindernissen, die sich mir vermeintlich immer wieder in den Weg stellen. Aber erst jetzt erschließt sich mir die gesamte Bedeutung meines Geschriebenen. Verrückt, manchmal sind einem die Worte voraus und man braucht eine gewisse Zeit, um ihnen wirklich folgen zu können. Da hat wohl das Unterbewusstsein aus mir gesprochen …
Der letzte Tag des Jahres … Was für eine Reise! Dieses 2023 war wohl das bisher herausforderndste Jahr in meinem Leben. Das Universum hat mich auf eine Reise geschickt, die nicht turbulenter hätte sein können. Innerlich und äußerlich. Was so alles in ein Jahr hineinpasst … Ich war das erste Mal in Amerika, habe zwei Kaninchen beerdigt, einen neuen Job angefangen, verstanden, was Liebe bedeutet, mein Bein zweimal gebrochen und viele neue Menschen aus aller Welt kennengelernt, mein erstes Interview auf Insta gegeben und endlich meinen Blog gestartet. Ach ja und zwei neue Haustiere habe ich nun auch – die zwei Nymphensittiche Dracula und Ruccola. Haha, sagt nichts, die Namen hat meine Tochter ausgesucht …
Es gibt so ein Sprichwort: „Der kürzeste Weg zu sich selbst, ist eine Reise um die Welt.“ Und im Umkehrschluss heißt das dann, der längste Weg führt durch dein Inneres? Vielleicht. Es kommt darauf an, mit welcher Haltung wir „ins Auto steigen“.
Apropo Auto bzw. Taxi. Da gibt es auch Einiges zu berichten. Normalerweise sagt man doch, die Taxifahrer kennen die besten Geschichten. Und das stimmt, einige davon hab ich gehört. Wobei man auf dem Weg zu einer ärztlichen Untersuchung eher nicht wissen will, wie oft ein Taxifahrer schon einen vertrauten Fahrgast das letzte Mal gesehen hat, weil dieser später im Krankenhaus gestorben ist. Aber ich hab auch einige Stories zu erzählen und zwar aus der Sicht des Fahrgastes. Denn Taxifahrer sind auch eine ganz besondere Spezies.
Der erste war gleich ein schönes Exemplar, ironisch gemeint. Inzwischen ist ja bekannt, dass ich eine Nachteule bin und dass aufstehen um 5.00 Uhr nicht zu meinen Vorlieben gehört. Aber es war der Morgen, an dem eigentlich die OP stattfinden sollte und dann musste es eben so sein. Er klingelte schon zwanzig Minuten zu früh. Da war ich grad mal halb angezogen. Darüber war er nicht sonderlich erfreut. Gut, er hat mich ja auch nicht gesehen, er wartete ja unten an der Haustür. Ahaha nein, nicht das lol …
Als er das nächste Mal klingelte, bat ich ihn nach oben zu kommen, da ich nicht mit zwei Krücken und einem Rucksack die Treppe herunter jonglieren konnte. Als er vor meiner Wohnungstür stand, sagte er nur: „Sowas hab ich ja noch nie gesehen!“ Gut, mich schien er nicht zu meinen. Ich war inzwischen angezogen. Ob er damit auf mein Gipsbein abzielte oder meinen Rucksack – ich weiß es nicht. Jedenfalls schnappte er sich widerwillig mein Gepäck und stöhnte auf: „Was haben Sie denn da drin, Wackersteine?“ Nee, nur ein Buch und ein paar Utensilien für’s Krankenhaus. Keine Ahnung, warum er solche Schwierigkeiten mit mir hatte. Ist vielleicht auch eine Nachteule … Die Fahrt zum Krankenhaus war dann auch umsonst. OP abgesagt, da Bein zu geschwollen. Genial.
Der nächste Taxifahrer, an den ich mich erinnere, war hingegen superlieb. Ich fragte ihn, ob wir kurz am Supermarkt halten können, damit ich mir meine tägliche Droge holen konnte – Schokolade! Ja da ist Serotonin drin. Das brauchte ich wohl, um diese herausfordernde Zeit zu überstehen. Er bot mir an, dass er die Schokolade für mich kaufen könne und brachte auch gleich noch etwas Gesundes mit – Bananen und Karotten. Hm, das mit den Karotten in meinen Geschichten wird langsam eigenartig … Als ich mich bedanken wollte, winkte er ab und sagte: „Das ist doch selbstverständlich!“ Es stellte sich heraus, dass er leidenschaftlich gerne Taxi fuhr und dass seine Frau auch leidenschaftlich gerne Schokolade aß. Also der konnte mich verstehen …
Das Kontrastprogramm erlebte ich dann in der darauf folgenden Woche. Wieder einmal kam das Taxi eine Viertelstunde zu früh. Ich stelle mich normalerweise nicht schon 15 min vor der ausgemachten Zeit in die Kälte und warte mit meinem kaputten Bein, bis das Taxi irgendwann kommt. Oder auch nicht. Aber dazu später mehr … Zumal die Physiotherapeutin mir empfohlen hatte, meine Achillesferse zu schonen, da sich die Sehne bei anhaltender Kälte irreparable Schäden zuziehen könne. Es gibt dann wohl kleine Risse in der Materie. Was man nicht alles lernt.
Als ich in das Taxi stieg, sagte die Taxifahrerin zu mir: „Ich bekomme jetzt erst mal 6,60 Euro von Ihnen.“ Ich fragte: „Wieso?“ Und sie entgegnete: „Ich warte jetzt schon seit einigen Minuten auf Sie, das müssen Sie mir bezahlen.“ Ich meinte nur: „Nee! Ich hab eine Befreiung von der Berufsgenossenschaft und ich muss gar nichts bezahlen.“ Die Taxifahrerin wurde nun langsam wütend und rief: „Und wo krieg ich jetzt mein Geld her?“ Ich sagte ihr, dass Sie doch nicht so früh zu kommen brauche und im Zweifel könne sie sich doch das Geld von der Versicherung holen. Aber sie schrie: „Wenn eine bestimmte Uhrzeit ausgemacht ist, haben Sie zu dieser Zeit im Taxi zu sitzen!“ Hä? Wo bin ich denn hier hinein geraten? Ich fühlte mich plötzlich wie ein Schulkind, das seine Hausaufgaben nicht gemacht hatte. Ich wollte noch etwas dazu sagen, aber die Taxifahrerin schrie noch lauter: „Sie hole ich nie wieder ab. Nie wieder!! Und jetzt ist Schluss, ich will nichts mehr hören!“ Joaa, ist gut ne. Mit ihnen fahre ich auch nie wieder. Lol …
Ganz sicher war ich mir nicht, ob sie überhaupt losfahren oder mich gleich aus dem Taxi werfen würde. Aber sie entschloss sich, ihren Job zu machen. Nachdem ich die übliche Quittung unterschrieben hatte, riss sie mir den Quittungsblock aus der Hand und schleuderte ihn auf den Beifahrersitz. Zum Glück saß ich hinten. Also immer gut überlegen, ob man vorn oder hinten ins Taxi einsteigt …
Ich hätte mich noch richtig mit ihr anlegen können. Aber dann hätte sie wohl verloren. Als ich in Amerika war, hatte ich spontan an einem Boxtraining teilgenommen. Obacht – ich kann jetzt Kickbox! Ich entschied mich für „die Klügere gibt nach“, denn ein normales Gespräch war hier einfach nicht möglich.
Ich könnte noch so einige Begegnungen aufzählen, aber das gesamte Sammelsurium würde wohl den Rahmen sprengen. Zum Beispiel gibt es noch die Geschichte von neulich, als der Taxifahrer vor dem Losfahren plötzlich alle möglichen Daten zur Abrechnung seiner Fahrt von mir wollte. Ich meinte zu ihm: „Das hat ja noch nie einer gefragt. Wie machen das denn die anderen?“ Er bestand darauf und sagte, das sei mein Job, mich auf die Taxifahrt vorzubereiten. Unglaublich, was alles so passiert, wenn man mit kaputtem Bein auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Und so saßen wir beide vor Fahrtantritt erst mal fest und googelten irgendwelche Telefonnummern und Adressen von der Abrechnungsstelle. Ich fand immer noch, dass das nicht mein Job sei, aber ich wollte ihm zumindest entgegen kommen. Und so bemühten wir Dr. Google, der natürlich auch brav eine Antwort ausspuckte. Widerwillig gab mir dann der Taxifahrer sogar die Daten, so dass ich beim nächsten Mal vorbereitet war, wenn es wieder heißen sollte: „Daten her oder aussteigen!“
Ach ja kaputtes Bein. Einer geht noch. Letzte Woche hatte ein Taxifahrer den Vogel abgeschossen. Es begann eigentlich ganz harmlos. Er war sehr nett und erzählte mir, dass er sehr gerne Taxi fahren würde. Er hätte auch gleich gewusst, dass ich das Herz auf dem rechten Fleck habe. Ich fragte ihn, woher er das denn wisse. Und er antwortete: „Ich weiß es einfach.“ Ich bin auch ein Fan von „auf die Intuition hören“ und kurz überlegte ich, ob ich ihn zu meinem Coaching-Podcast zum Thema „Finde dein Wofür“, den ich demnächst starten werde, einladen soll. Aber dann fing er an, mich auszufragen, ob wir nicht vielleicht mal Kaffee trinken gehen könnten, einfach so. Und als ich verneinte, sagte er: „Keine Problem. Ich suche andere Frau mit kaputte Bein.“ Hahaha, ich schmeiß mich weg! Vor lauter Verwirrung vergaßen wir dann die Quittung auszufüllen, so dass er mich doch noch einmal zu Hause aufsuchen musste, um sich meine Unterschrift für die Abrechnung zu sichern. Zum Abschied sagte er: „Wir bleiben in Kontakt.“ Ahaha, neiiiin!
Manchmal kam das Taxi gleich gar nicht bei mir an. Obwohl es schon vorbestellt war. Da musste ich erst noch rausfinden, in welchem Bermuda-Dreieck es steckte. Der eine Fahrer hatte eine wesentlich weitere Strecke und demzufolge auch lukrativere Fahrt angenommen, so dass er es nicht rechtzeitig zu mir vor die Haustür schaffte. Ein anderer hatte mich vergessen und war gerade am Ende der Stadt unterwegs. Und eine weitere Fahrerin hatte „eine kaputte Auto“ und nicht mehr an den Auftrag, mich abzuholen, gedacht …
Mein Glauben an einen Taxifahrer, der sich auch so verhält wie man sich einen vorstellt, wurde dann kürzlich doch wieder hergestellt. Er kam auch zehn Minuten zu früh, aber als ich mich bedankte für sein Warten, sagte er nur: „Das ist doch selbstverständlich.“ Ich warf ein: „Nun ja, in den letzten Wochen hab ich ja so Einiges beim Taxi fahren erlebt, aber nichts davon war selbstverständlich.“ Er erklärte mir dann, dass Taxifahrer dazu verpflichtet sind, fünfzehn Minuten auf den Fahrgast zu warten. Und zwar ab der vereinbarten Zeit. Interessant. „Again what learned“ wie Lothar Matthäus einst so schön formuliert hatte.
Ich frage mich, was Robert de Niro in „Taxi Driver“ zu der ganzen Geschichte sagen würde. Aber vermutlich hätte er nur wissend in sich hinein gelächelt und mich in eine SEINER typischen Fahrgast-Schubladen gesteckt. So, wie ich das meinerseits mit den Taxifahrern gemacht hatte.
Wir funktionieren eben so, um uns durch den Alltag zu navigieren. Ich hätte mich bei jedem Taxifahrer, der nicht so war, wie ich es erwartet hatte, aufregen können. Aber so kommen wir nicht an. Ja, im Außen vielleicht schon. An dem Ort, der im Navi steht. Oder wir werden vorher aus dem Taxi geworfen. Aber innerlich braucht es diese Flexibilität, mit Individuen umgehen zu können. Man muss für sich wissen, wann Grenzen überschritten werden und wann man von selbst aussteigen möchte.
Und um auf das Gedicht vom Anfang zurückzukommen – ich muss nicht jedes Hindernis aus dem Weg räumen. Ich kann auch ganz galant darum herum gehen und es da sein lassen. Den Menschen und die Dinge einfach sein lassen, wie sie sind. Wir verstricken uns allzu oft in Probleme, die gar nicht unsere Baustelle sind. Aber stecken wir einmal mitten drin, sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Dann hilft es, einen Schritt zurückzutreten und tief durchzuatmen. Ja, unser Ego sagt, das verletzt uns. Oder, das geht so nicht. aber nur, weil wir noch mitten drin stecken. In Wahrheit sind wir unverletzlich. Wir sind nicht unser Verstand, unser Körper. Wir sind Seele, Bewusstsein. Und das nimmt wahr. Das ist alles. Sagt die Frau mit kaputte Bein 😉
Das Licht, was ich am Ende des Tunnels gesehen habe, ist mein eigenes. Es hat auf mich gewartet, bis ich es bewusst wahrnehmen konnte. Ich muss nicht so einen langen Weg durch den Tunnel gehen. Ich bin schon da. Wenn ich mein eigenes Licht leuchten lasse, wird es hell. Im Innen und im Außen. Dann komme ich an. Und das tippe ich jetzt gedanklich in BOLD …
Hinterlasse einen Kommentar